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Noch in der Verwaltungsratssitzung vom 3.10.1977 war die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in der Klosterruine Frauenalb aus verschiedenen, meist organisatorischen Gründen, einstimmig abgelehnt worden. Doch der Wunsch, die Ruine auch kulturell zu nutzen, wuchs mit ihrer fortschreitenden Instandsetzung. Als dann im Sommer 1986 die sanierte Klosterruine im Rahmen eines großen Festes, den ersten „Frauenalber Klostertagen“, feierlich an die Öffentlichkeit übergeben wurde, war das auch der Beginn ihrer kontinuierlichen kulturellen Nutzung. Seit dieser Zeit finden alljährlich im August die von Schielberger Vereinen ausgerichteten „Frauenalber Klostertage“ statt. 1990, vier Jahre nach der feierlichen Übergabe der Klosterruine, entschloss sich der Marxzeller Gemeinderat, eine Konzertreihe unter der Leitung der damaligen Pfaffenroter Ortschaftsrätin Heide John ins Leben zu rufen und am 5. Februar 1992 wurde zur finanziellen und ideellen Unterstützung dieses kulturellen Engagements der Förderverein „Kultur im Kloster Frauenalb e.V.“ gegründet,. Unter dem Logo „Kultur im Kloster Frauenalb e.V.“ fand im Sommer 1991 das erste Freilicht-Konzert: „Carmina Burana“ von Carl Orff, statt, mit dem die erfolgreiche Konzert-Reihe ihren Anfang nahm und bald weithin bekannt wurde. Seit dieser Zeit veranstaltet die Gemeinde Marxzell unter dem Motto: „Kultur im Kloster Frauenalb“ alljährlich Freilichtkonzerte mit namhaften Orchestern, Chören und international renommierten Solisten.Bildhauer

In den 1990er Jahren betrat der Landkreis Karlsruhe mit einer neuartigen Veranstaltung ebenfalls das kulturelle Podest. Im Juli 1993 fand in der Klosterruine Frauenalb ein „Bildhauersymposium des Landkreises Karlsruhe“ statt. Zwölf Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Kaiserslautern begannen im Zeitraum von vierzehn Tagen unter freiem Himmel Marmorblöcke zu behauen. Der Initiator, Gunter Stilling, Professor für plastische Gestaltung an der Fachhochschule Kaiserslautern, hatte die Idee, für seine Studenten eine Skulpturenausstellung in der Klosterruine Frauenalb zu organisieren. Das Interessante und Neue dabei war, dass das Publikum die Entstehung von Kunstwerken vor Ort erleben konnte. Der Marmor, der für dieses Projekt extra aus dem italienischen Carrara herbeitransportiert wurde, wurde „live“ bearbeitet und eine hoch interessierte Öffentlichkeit nutzte die seltene Gelegenheit, den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Die auf den 21. August 1993 terminierte Vernissage leitete das alljährlich stattfindende Klosterfest „Frauenalber Klostertage“ ein.

Keine kulturelle Veranstaltung, aber ein Novum in der Kreisverwaltung, war die Open-Air-Kreistagssitzung in der Klosterruine Frauenalb am 15. Juli 1999. Das Wagnis, 96 Kreisräte den Launen des Wetters auszusetzen, blieb eine Premiere. Die Kreistagssitzung verlief bestens und das Wetter blieb beständig, wenn auch bei manchen Redebeiträgen Wolken die Sonne leicht verdunkelten und wieder aufhellen ließen.

Seit 2000 trat der Landkreis Karlsruhe dann als regelmäßiger Veranstalter kultureller Open-Air-Aufführungen in der Klosterruine Frauenalb auf. Mit dem ein Jahr zuvor neu gegründeten Gospel-Projektchor des Landkreises Karlsruhe fand im Juli 2000 unter der künstlerischen Leitung von Prof. Dr. Johann Beichel ein Gospelkonzert in der Klosterruine Frauenalb statt, bei dem neben den choreigenen Solistinnen und Solisten auch internationale Gastsolisten sowie ein Perkussionsensemble aus Ghana vertreten waren. Im Juli 2001 wurde als erstes Klassik-Konzert der neu gegründeten Klassik-Konzert-Reihe des Landkreises Karlsruhe, das „Dettinger Te Deum“ von Georg Friedrich Händel in der Klosterruine aufgeführt. Die Ausführenden waren neben dem 140-köpfigen fünfstimmigen Klassik-Projektchor des Landkreises Karlsruhe und dem Landkreis-Vokalensemble des Bruchsaler Barockensemble unter der Leitung von Konzertmeisterin Selma Heider-David, drei Solo-Trompeterinnen und ein Bass-Solist Im Juli des darauffolgenden Jahres 2002 wurde die Sommer-Klassik-Konzert-Reihe mit einem weiteren „Geistlichen Konzert“ und mit liedhaften und sinfonischen Werken von Franz Schubert fortgesetzt und begeisterte das Publikum. Im Juli 2003 erreichte das Oratorium „Josua“ von Georg Friedrich Händel einen Höhepunkt in der Klassik-Konzert-Reihe, da parallel zu Chor, Orchester und Solisten die Handlung von Tänzerinnen und Tänzern des klassischen Balletts des Badischen Staatstheaters dargestellt wurde. Ein Gesamtkunstwerk der besonderen Art, das alle Zuschauer in seinen Bann zog. Erst zwei Jahre später wurde anlässlich der Jubiläumsfeier „750 Jahre Klosterdörfer Frauenalb“ wieder ein Konzert des Klassik-Projektchores in der Klosterruine Frauenalb aufgeführt. Im Juli 2005 wurde die Klosterruine die historische Kulisse der Premiere von „Sanctus und Benedictus“., eine musikalische Lobpreisvertonung vom Gregorianischen Choral über Händel, Mozart, Salieri, Beethoven, Schubert, von Gounod bis Verdi. Als künstlerischer Leiter hatte Dr. Johann Beichel dieses Programm aus fünf Stilepochen und 14 verschiedenen Komponisten zusammengestellt, eine musikalische Reise durch mehrere Jahrhunderte der liturgischen Kirchenmusik. Nach einer längeren Pause fand 2009 wieder ein Klassik-Konzert „Gloria in excelsis“ in der Klosterruine Frauenalb statt. Wieder eine Aneinanderreihung von Gloria-Vertonungen verschiedener Komponisten und Stilepochen aus verschiedenen Jahrhunderten. 2010, pünktlich zum 10 jährigen Jubiläum der Klassik-Konzert-Reihe und des Klassik-Projektchores des Landkreises Karlsruhe wurde im Juli das „Dettinger Te Deum“ von Georg Friedrich Händel wiederaufgeführt.

Te Deum 2010

Aber nicht nur musikalische Aufführungen fanden in der Klosterruine Frauenalb ein überregionales Podium und Publikum. Auch Open-Air-Aufführungen der ganz anderen Art nutzten die Klosterruine als Bühne und historische Kulisse. In der Zeit von 2003 bis 2006 entdeckte die Badische Landesbühne Bruchsal die Klosterruine Frauenalb als Aufführungsort für ihr Kinder- und Erwachsenenprogramm. Sie schloss damit an die von den Ettlinger Schlossfestspielen im Jahre 1997 begonnenen erfolgreichen Open-Air-Vorstellungen an. Während sich die Ettlinger auf klassische Dramen spezialisiert hatten, legte die Badische Landesbühne in Bruchsal ihren Schwerpunkt auf Komödien und Kinderstücke.

Zwei größere Kultur-Veranstaltungen sollten hier nicht unerwähnt bleiben. Im Jahr 2002 fand im Rahmen des Landesjubiläums „50 Jahre Baden-Württemberg“ eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Klassik-Projektchor des Landkreises Karlsruhe und der „Jungen Philharmonie Rhein-Neckar“ statt. Die Veranstaltung begann im September 2002 mit einem Nachmittagsprogramm mit Gauklern, Feuerschluckern und Zauberern im Klostergarten Unter strahlendem Himmel bewirteten die Vereine Marxzells und die Gaststätte „König von Preußen“ die zahlreichen Gäste aus In Flammendem Stadt- und Landkreis. Beendet wurde die gelungene Veranstaltung mit einem Feuerwerk und der bengalischen Beleuchtung der Klosterruine. Zwei Jahre später, 2004 wurde im Juli ein „Orgel-Wochenende“ zusammen mit der Europäischen Orgelakademie am Oberrhein und dem Landkreis Karlsruhe veranstaltet. Mit dieser zweitägigen Open-Air-Veranstaltung kam zum ersten Mal seit der Auflösung des Klosters vor 200 Jahren wieder eine große Konzertorgel nach Frauenalb, auf der die verschiedensten Orgelkonzerte gespielt wurden. Gegen Ende dieses Orgel-Wochenendes fand eine Lasershow und ein Feuerwerk statt. Den Abschluss bildete  die Klosterruine „in Flammen“.

Zu diesen kulturellen Veranstaltungen verschiedener Anbieter oder auch anderen Nutzungsanfragen erteilt die Stiftung ihr Einvernehmen, wenn die Nutzung im Einklang mit der Nutzungsordnung und dem historischen und sakralen Charakter der Anlage steht. Die Stiftung hat grundsätzlich Interesse, die Klosterruine kulturellen und sonstigen geeigneten Nutzungen zuzuführen.

Eine Übersicht der stattgefundenen kulturellen Veranstaltungen nach Jahreszahlen finden Sie in der oberen Navigationsleiste.

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