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Klosterruine Frauenalb

Überblick zur ehemaligen Klosteranlage Frauenalb

LageFrauenalb 1917

Frauenalb ist eine von einigen Häusern umgebene Klosterruine im oberern Albtal, etwas unterhalb von Bad Herrenalb auf der Gemarkung der Gemeinde Marxzell im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg.

Die Klosterruine Frauenalb, "Frouwen Albe", ist der bedeutendste barocke Klosterbau Nordbadens. Heute wird die Kirche als ein Kennzeichen des Nordschwarzwaldes angesehen und für kulturelle Events wie etwa die traditionellen Klostertage und klassische Konzerte genutzt.

Geschichtlicher Überblick

Frauenalb wurde um das Jahr 1190 als adeliges Benediktinerinnenkloster von Graf Eberhard III. von Eberstein gegründet, dessen Vater Berthold III. schon 1148 das Zisterzienserkloster Herrenalb gestiftet hatte.

Das Kloster blieb nur Frauen aus adligen Familien vorbehalten. Die Klosterfrauen hat man vielfach schon im jugendlichen Alter in Frauenalb untergebracht.

Im Mittelalter erwarb das Kloster die Grundherrschaft über mehr als 50 Dörfer bis in den Kraichgau, deren geistliches und weltliches Oberhaupt es wurde (s. u. Besitzstandskarte). Nach der sogenannten Oberbadischen Okkupation durch die evangelische Markgrafschaft Baden-Durlach stand es in der Zeit von 1598 bis 1631 unter protestantischer Herrschaft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Abtei 1631 rekatholisiert und mit Benediktinerinnen vom adligen Stift Urspring neu belegt. Diese flüchteten 1634 nach Lichtental und kehrten erst 1654 nach Frauenalb zurück. Eine chronologische Übersicht finden Sie über die untere Navigationsleiste.

Der Süd- und Ostflügel des Konvents wurde von 1696 bis 1704 als dreistöckiger Bau mit einer der Bergseite zugewandten Giebelfassade nach einem Plan von Franz Beer, die doppeltürmige Klosterkirche von 1727 bis 1733 von Peter Thumb aus Buntsandstein, neuerbaut. Die Fassade und die Türme sind nahezu identisch mit der ebenfalls von Thumb erbauten Klosterkirche St. Peter im Südschwarzwald.

1802 wurde der Konvent aufgehoben und fiel mit der Säkularisierung an den badischen Staat. In dieser Zeit fand die Veräußerung sämtlicher Einrichtungsgegenstände statt: Glocken, Orgel und Monstranz wurden an die Kirchen in die nähere Umgebung abgegeben. Zunächst wurden das Anwesen von 1813 bis 1815 als Militärlazarett genutzt und 1819 an Private versteigert. Das Klostergebäude erfuhr in der Folge verschiedene Nutzungen als Lackwaren- und Tuchfabrik, Spinnerei, Weberei, Färberei und Bierbrauerei. Ab 1811 wurde das Kloster durch mehrere Brände, der letzte von 1853, zerstört. Der zusätzliche Abbau des Steinmaterials hinterließ eine Ruinenlandschaft. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude von Lambert Heinrich von Babo erworben und auch zeitweise bewohnt. Über dem Außentor ist noch das Wappen derer von Babo erkennbar.

Seit 1910 finden Instandhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen statt. 1960 entstand eine "Stiftung Frauenalb" die die Gebäudereste erwarb und erhalten will (siehe auch "Sanierungsmaßnamen).

Das Kreisarchiv des Landkreises Karlsruhe hat im Jahr 2008 eine Ausstellung mit dem Titel "Frauenalb - Streifzug durch 800 Jahre Geschichte" im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe präsentiert.

Die Broschüre zur Ausstellung ist hier einsehbar:  Ausstellung Frauenalb [PDF: 7 MB]

Im Jahr 2008 erschien hierzu die vom Kreisarchiv des Landkreises Karlsruhe herausgegebene Publikation „Frauenalb - Streifzug durch 800 Jahre Geschichte“ im Rahmen der Buchreihe „Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe“ (ISBN: 978-3-89735-546-0).

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